Ein Sicherheitsnetz tut not

In der Westschweiz soll der Anschluss an das 380-Kilovolt-Netz die Stromversorgung sichern.

Die Westschweizer Kantone und Energieversorger drängen auf eine höhere Versorgungssicherheit. Deshalb soll die 380-Kilovolt-Leitung aus Frankreich mit dem schweizerischen Höchstspannungsnetz verbunden und die Region an dieses Netz angeschlossen werden. Vorangetrieben wird das Projekt von einem Konsortium, bestehend aus der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid, der Alpiq sowie den Schweizerischen Bundesbahnen SBB, welche auf eine leistungsfähigere Versorgung angewiesen sind.

Die bestehenden Leitungen haben zu wenig Kapazität, um weiterhin eine unterbruchsfreie Versorgung zu garantieren. Der Anschluss des Höchstspannungsnetzes an das nationale und internationale Netz hängt entscheidend vom Bau zweier neuer Leitungen zwischen Chamoson und Chippis sowie zwischen Yverdon und Galmiz ab, wo das Netz Lücken aufweist. Bereits 1985 hatte der Bundesrat diesem Leitungsbau zugestimmt, doch das Bewilligungsverfahren stagniert. Der Stromverbrauch in der Westschweiz hat aber seit 1985 um mehr als 45% zugenommen. Damit Zusatzenergie von den Kraftwerken in die regionalen Verbrauchszentren gelangen kann, müssen Engpässe überwunden werden. In Zeiten hohen Verbrauchs, den Lastspitzen, ist das regionale Übertragungsnetz bereits heute überlastet.

Die wichtigsten Westschweizer Stromunternehmen gründeten EOS (heute Alpiq) im Jahr 1919, um die Versorgung zu sichern und ein einheitliches Übertragungsnetz zu schaffen. Das Netz hat sich bis zu einer Länge von 1000 Kilometern weiterentwickelt. Was weiterhin fehlt, ist der erwähnte Anschluss ans 380-Kilovolt-Netz.

Daten und Fakten zum Netz in der Romandie

  • 380-Kilovolt-Leitungen: 195,5 Kilometer
  • 220-Kilovolt-Leitungen: 365,8 Kilometer
  • Eingerechnet sind auch Leitungen von Beteiligungen
  • 38 ferngesteuerte Transformatoren- und Umspannanlagen
  • 22 ferngesteuerte Höchst- und Hochspannungstransformatoren
  • 7 ferngesteuerte Wasserkraftwerke