Wie der Tessin die steigende Nachfrage deckt

Die Tessiner AET begegnet der steigenden Nachfrage mit einer innovativen Strombeschaffung. Genau gleich wie der Rest der Schweiz verzeichnet auch das Tessin seit Jahren einen stetig steigenden Elektrizitätsverbrauch. Er wird derzeit mit rund 2,8 TWh beziffert, 1998 betrug er noch rund 2 TWh. Hervorgerufen wurde diese Zunahme durch das hohe volkswirtschaftliche Wachstum im Kanton. Gleichzeitig ist die Tessiner Elektrizitätsgesellschaft Azienda Elettrica Ticinese (AET) damit konfrontiert, dass die Stromerzeugung der Wasserkraftwerke auf der Alpensüdseite klimatisch bedingt nachlässt. Ihre Produktionsbasis ist also deutlich eingeschränkt. Das Tessin verfügt heute etwa über eine Wasserkraftproduktion von rund 2 TWh, wovon aber etwa nur 1 TWh als Bandenergie einplanbar ist. Das zwingt die AET zu Stromeinkäufen. Sie entschied sich deshalb im Jahr 2004 zu einer vielfältigeren Beschaffungspolitik. Um weniger von einzelnen Lieferanten abhängig zu sein, verstärkte die AET ihre Handelspositionen an den Strommärkten. Zugleich baute sie ihr Engagement in der Beschaffung aus, indem sie sich an Kraftwerksgesellschaften zur Erzeugung erneuerbarer Energien wie Kleinwasserkraft, Wind und Solarenergie beteiligte und ihr Engagement bei grossen Kraftwerksgesellschaften ausweitete.

Neben ihren Beteiligungen an der Kernenergie prüft die AET auch Joint Ventures mit deutschen Kohlekraftwerken. Für die AET ist klar, dass die stetig wachsende Nachfrage durch einen ausgeweiteten Produktionsmix oder durch den Zubau neuer Grosskraftwerke befriedigt werden muss.

Die AET in Zahlen

Die AET wurde 1958 vom Kanton Tessin gegründet, um den Kanton besser mit elektrischer Energie zu versorgen. Sie verfügt über eigene Kraftwerkskapazitäten von 220 Megawatt sowie über verschiedene Bezugsrechte. Das ergibt eine gesamte Jahresproduktion von rund 1,6 TWh. Zusätzlich handelt die AET mit einer Strommenge von über 11,5 TWh, wovon rund 1 TWh für die Befriedigung der Nachfrage nach Mittel- und Spitzenlast notwendig ist.