Wenn immer mehr Menschen mit der Bahn oder dem Elektrofahrzeug statt mit dem Auto unterwegs sind, sparen wir Energie und schonen das Klima. Doch wir benötigen mehr Strom.
Steigender Stromverbrauch – trotz Effizienzgewinn
Unsere Stromversorgung geht uns alle an. Denn unser Alltag hängt von einer zuverlässigen Versorgung mit Strom ab. Schon heute – und erst recht morgen.
Zu Hause, bei der Arbeit und in der Freizeit spielen immer mehr und immer leistungsfähigere Elektrogeräte eine wichtige Rolle. Der iPod, die Waschmaschine, das Handy, der Fernseher oder der Computer, mit dem wir täglich arbeiten oder im Internet surfen – für all dies benötigen wir Strom. So steigt der Stromkonsum, obwohl die Geräte effizienter werden. Eine VSE-Studie zum Stromkonsum im Haushalt aus dem Jahr 2005 zeigt: Seit 1992 kommen fast alle Haushaltgeräte mit weniger Strom aus. Die bessere Effizienz kann aber den Mehrbedarf nicht kompensieren. Grossvolumige Kühlschränke und grossflächige Fernsehbildschirme beanspruchen mehr Leistung. Wäschetrockner, Geschirrspüler und Kaffeeautomaten werden in vielen Haushalten zusätzlich angeschafft und erleichtern uns das Leben. Rund ein Drittel der Haushalte verfügen bereits über zwei, immer mehr sogar über drei Fernsehgeräte, 25% haben einen zweiten Computer, und 10% besitzen mehrere Kühlschränke. Insgesamt beanspruchen die Haushalte 30% des gesamten Stromverbrauchs der Schweiz.
Die Strommenge, die jede Schweizerin und jeder Schweizer konsumiert, nimmt zu. Gleichzeitig ist auch die Bevölkerungszahl in unserem Land gestiegen, und zwar von 6,7 Millionen im Jahr 1990 auf 7,7 Millionen im Jahr 2008. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich der Stromkonsum von 46,6 auf 58,7 TWh.
Mit 60% Verbrauchsanteil sind Industrie, Gewerbe und Dienstleistungsunternehmen die Hauptstromnutzer in der Schweiz. Alleine im Dienstleistungsbereich wuchs der Verbrauch von 2000 bis 2007 um über 10%. Gründe dafür sind unter anderem die immer umfangreichere technische Ausrüstung der Gebäude und die Büroinfrastruktur. Die Industrie verbrauchte im gleichen Zeitraum rund 5% mehr. Ausschlaggebend hierfür sind eine fortschreitende Automatisierung der Produktion und ein Mehrbedarf an Wärme in den Produktionsprozessen. Für die Schweizer Wirtschaft ist der Strom ein bedeutender Standortfaktor. Dass die Versorgungssicherheit trotz wachsenden Stromverbrauchs weiterhin sicher gewährleistet wird, ist für die Wettbewerbskraft unserer Wirtschaft entscheidend.
Rund 10% unseres Stroms benötigt der öffentliche Verkehr; mit langen Neattunneln und immer mehr und schnelleren Zügen wird der Strombedarf der SBB in Zukunft noch deutlich zunehmen. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, was Umweltschutz in Zukunft bedeutet: Wenn immer mehr Menschen und Güter mit der Bahn statt mit dem Auto oder dem Lastwagen unterwegs sind, sparen wir unter dem Strich Energie und schonen das Klima. Doch wir benötigen mehr Strom.