Strom statt Benzin tanken: Der Umstieg auf Elektrofahrzeuge senkt den CO2-Ausstoss. Bild: ecologic, Foto: U. Kronenberg

Mit Strom das Klima schützen

Strom könnte hierzulande dank des CO2-armen Schweizer Strommixes künftig eine Schlüsselrolle bei der Reduktion der Treibhausgase spielen. Das Treibhausgas CO2 kann zum Beispiel reduziert werden, indem weniger fossile Energieträger wie Erdöl und Erdgas verbraucht werden. Dies ist durch den Einsatz von Wärmepumpen zum Heizen und von Elektromobilen anstelle konventioneller Autos möglich.

Dank Wasserkraft und Kernenergie ist der durchschnittliche CO2-Ausstoss der Schweizer Stromproduktion pro Kopf und Jahr sehr tief. Mit dem Kioto-Protokoll hat sich die Schweiz verpflichtet, die Treibhausgasemissionen um 8% unter den Stand von 1990 zu reduzieren. Anders als in den meisten Ländern Europas ist der Schweizer Strommix schon heute nahezu CO2-frei. Die Schweizer CO2-Emissionen entstehen hauptsächlich bei der Verbrennung fossiler Energieträger, die zwei Drittel des Schweizer Gesamtenergiebedarfs abdecken. Gerade bei Gebäuden und Heizungen, aber auch beim Verkehr wäre es möglich, die CO2-Emissionen zu vermindern – auch durch den Einsatz von Strom anstelle fossiler Energieträger.

Wissenschaftliche Studien und die Energieprognosen des Bundesamts für Energie zeigen, dass die CO2-Emissionen langfristig noch weiter gesenkt werden müssen als im Kioto-Protokoll festgelegt, und zwar von heute 9 Tonnen auf 1 Tonne pro Kopf und Jahr. Eine Möglichkeit, mit dem Klimaschutz Ernst zu machen, wäre die Förderung von Elektrofahrzeugen im öffentlichen Verkehr und bei Geschäfts- und Privatautos. Im Schnitt benutzen Herr und Frau Schweizer pro Tag und Haushalt 3,3 Mal das Privatauto und legen dabei eine Tagesdistanz von 37 Kilometern zurück. Diese Strecke meistern mit den Batterien der neuesten Generation ausgerüstete Elektromobile ohne Probleme.

Prognosen sagen ein ungebrochenes Verkehrswachstum voraus. Elektromobilität kann daher massgeblich zur Verbesserung der Energieeffizienz und Senkung der CO2-Belastung in unserem Land beitragen – ebenso die Nutzung von Strom zum Betrieb von effizienten, klimaschonenden Heizungen (siehe Wärmepumpen). Voraussetzung ist natürlich, dass überhaupt genügend Strom zur Verfügung steht. Die in der Schweiz notwendigen Erneuerungen an Kraftwerken und Netzen müssen deshalb zügig an die Hand genommen werden.

Das gesamte Energiesystem betrachten

Der Stromverbrauch steigt trotz effizienter AnwendungenHocheffiziente Wärmepumpen statt Ölheizungen, Elektroantriebe statt Benzinmotoren und Schiene statt Strasse. Strom ist unerlässlich für eine hohe Gesamtenergieeffizienz. Nur mit Stromanwendungen lässt sich der hohe und CO2-intensive Verbrauch von fossilen Energieträgern bei Heizung und Mobilität reduzieren. Deshalb wird seine Bedeutung in einer klimafreundlichen Gesellschaft weiter zunehmen. Der Weg zu einer solchen Gesellschaft führt gemäss ETH Zürich über drei Pfeiler mit dem Anfangsbuchstaben E: Effizienzsteigerung, erneuerbare Energien und Elektrifizierung. In der Schweiz könnte dieses Ziel bis Ende des 21. Jahrhunderts erreicht werden, wobei auch marktwirtschaftliche Anreize geschaffen und wirtschaftliche sowie ökologische Aspekte der erneuerbaren Energien berücksichtigt werden. Die Umstellung des Energiesystems auf Elektrizität wird nach wissenschaftlicher Einschätzung mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Umso wichtiger ist es laut ETH, schon heute damit zu beginnen, indem in der Schweiz die Strominfrastruktur erneuert wird. Mit dem Einsatz von wenig mehr Strom lässt sich eine grosse Menge CO2 einsparen, sofern er – wie in der Schweiz – CO2-arm produziert wird.