Zugunsten des Klimas wäre ein vermehrter Einsatz neuer erneuerbarer Energien wünschenswert. In der Schweiz ist ihr Potenzial für die Stromproduktion jedoch mittelfristig begrenzt. Bild: KWO, Foto: R. Bösch
Klimafreundlich in die Zukunft
Fünf Kern- und über 500 Wasserkraftwerke produzieren in der Schweiz weitgehend CO2-freien Strom. In Sachen klimaschonende Stromproduktion nimmt die Schweiz damit im europäischen Vergleich einen Spitzenplatz ein. In vielen Ländern Europas stammt der Strom aus Gas-, Kohle oder auch Ölkraftwerken. Dabei sind Technologien involviert, die CO2 freisetzen und damit das Klima belasten.
Allerdings steigt die Stromnachfrage in der Schweiz seit 1990 stetig an. Um 2018 erwartet das Bundesamt für Energie eine Stromlücke. Es stellt sich deshalb die Frage, wie dieser Bedarf möglichst klimafreundlich und ohne zusätzliche CO2-Emissionen gedeckt werden kann.
Zugunsten des Klimas wäre ein vermehrter Einsatz neuer erneuerbarer Energien wünschenswert. In der Schweiz ist ihr Potenzial für die Stromproduktion jedoch mittelfristig begrenzt. Mit neuen erneuerbaren Energien lassen sich bis 2035 bestenfalls 7 bis 10% des künftigen Strombedarfs decken – vorausgesetzt, ihr Einsatz wird stark gefördert. Deutlich mehr Potenzial haben die neuen erneuerbaren Energien im Wärmebereich: Sonnenenergie eignet sich beispielsweise sehr gut für die Warmwassererzeugung. Die Technologie dafür ist auch ökonomisch sinnvoll.
Eine Untersuchung des Paul-Scherrer-Instituts (PSI) hat gezeigt, dass in der Schweiz nur bei der Produktion von Wasserkraft noch weniger CO2 entsteht als bei der Produktion von Kernkraft. In dieser Untersuchung wurden verschiedene Arten der Stromproduktion über ihren gesamten Zyklus hinweg verglichen. Bei der Kernenergie also vom Abbau des Uranerzes in den Minen über die Herstellung des Uranbrennstoffs bis zum Bau der Tiefenlager für die radioaktiven Abfälle und dem vollständigen Rückbau der Kernkraftwerke. Dabei zeigte sich, dass bei der Produktion von Kernenergie der Ausstoss von CO2 entscheidend davon abhängt, wie die Urananreicherung vonstattengeht. Der Uranbrennstoff für die Schweizer Kernkraftwerke stammt zum Teil aus einer praktisch CO2-freien Produktion.
8 Gramm CO2 pro kWh entstehen durchschnittlich bei der Produktion von Kernkraft, bei den Kernkraftwerken Beznau I und II beträgt er nicht mehr als 3,04 Gramm CO2 pro kWh. Bei der Produktion von Wasserkraft werden 4 Gramm CO2 pro kWh ausgestossen.