Strom aus Grünzeug
Holz in allen Formen, Grün- und Speiseabfälle, Gülle und Mist vom Bauernhof sowie Abwasser aus Kläranlagen haben eines gemeinsam: Sie alle sind organische Biomasse, aus der man Energie in Form von Wärme, Treibstoff oder Strom gewinnen kann.
Weit verbreitet ist die Verbrennung von Holzschnitzeln oder Holzpellets zum Heizen. Letztere kommen beispielsweise bei Ein- und Mehrfamilienhäusern zum Einsatz. Holzabfallprodukte wie Holzschnitzel können in Heizzentralen via Nahwärmeverbunde grössere Überbauungen oder ganze Quartierteile mit Wärme versorgen. Das Holzkraftwerk Basel beispielsweise hat im ersten Betriebsjahr über 50 000 Tonnen Holzhackschnitzel aus der Region verarbeitet und dabei Strom und Wärme für rund 5500 Menschen erzeugt.
Verbreitet ist auch die Vergärung von Biomasse in Biogas- oder Kompogasanlagen. Aus Grüngut, Gülle oder Klärschlamm wird dabei Biogas gewonnen. Aus 1 Tonne organischem Abfall entstehen so rund 90 Kubikmeter Biogas. Dieses wird als Treibstoff genutzt oder speist eine Wärmekraftkopplungs-Anlage, die gleichzeitig Strom und Wärme produziert. Eine grosse Kompogasanlage kann über 1000 Haushalte mit Strom versorgen.
Gemäss einer Studie des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) wollen die Schweizer Energieversorgungsunternehmen bis 2030 Biomasseanlagen mit einer jährlichen Kapazität von 1,7 TWh Strom erstellen.